SP-Wutzlhofer: Verpflichtendes Kindergartenjahr ist ein wichtiger Schritt nach vorne
“Nach dem Wiener Bildungsplan, dem massiven
Platzausbau und einer Ausbildungsoffensive ist das verpflichtende
Kindergartenjahr ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige
Richtung”, sagt der Landtagsabgeordnete Mag. Jürgen Wutzlhofer heute
in seiner Rede im Wiener Landtag.
Mit dem Kindergartenjahr bewege man sich auch in Richtung
Chancengleichheit: “Die Unterschiede im österreichischen
Bildungssystem sind zu groß, sie sind abhängig vom Wohnort, vom
Geschlecht, von Bildung und Einkommen der Eltern. Das liegt an den
unterschiedlichen Chancen und Möglichkeiten. Das wollen und müssen
wir ändern”, hält der SPÖ-Politiker fest. “Nicht die Geldtasche der
Eltern darf entscheiden, ob ein Kind die bessere Ausbildung bekommt.
Dafür werden sich Sozialdemokratinnen und -demokraten immer
einsetzen. Es ist eine traurige Tatsache, dass wir in allen diesen
Fragen dem Widerstand der ÖVP gegenüberstehen, wenngleich er auch
bröckelt.”
Der Kindergarten sei nicht nur die erste, sondern auch die
essentiellste Bildungseinrichtung, sagt Wutzlhofer. “Hier werden der
Spracherwerb und die sozialen Kompetenzen der Kinder massiv positiv
beeinflusst. Ein besseres Argument für den verpflichtenden
Kindergarten für alle kann es gar nicht geben!” Besonders absurd sei
daher der Wunsch der FPÖ, Kinder mit Migrationshintergrund nicht in
den Kindergarten schicken zu wollen.
Mit jahrelangem Engagement in der Bildungspolitik sei die Stadt Wien
immer wieder Vorreiterin in Österreich: Wien habe in der
Vergangenheit massiv Kindergartenplätze ausgebaut und tue dies auch
weiterhin. Außerdem habe Wien als einziges Bundesland eine
Ausbildungsoffensive für KindertgartenpädagogInnen gestartet.
Der ÖVP empfiehlt Wutzlhofer, ihr selbst erwähltes Vorbild
Deutschland ernst zu nehmen: Das gesetzlich verankerte Recht auf
einen Kindergartenplatz müsse auf Bundesebene forciert werden. Ihre
Glaubwürdigkeit stelle die ÖVP auch auf anderen Ebenen in Frage: “Die
von Innenministerin Fekter geplante Einkasernierung von
AsylwerberInnen ist schon allein deshalb abzulehnen, weil es
unmenschlich und menschenverachtend ist, Menschen, die zu einem
großen Teil schreckliche Erfahrungen hinter sich haben, zuerst einmal
ohne Grund einzusperren. Wenn es Kinder betrifft, ist es aber noch
dazu ein Widerspruch zur UN-Kinderrechtskonvention und dem von SPÖ
und ÖVP im Dezember im Nationalrat eingebrachten
Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern”, stellt
Wutzlhofer klar.
“Ich hoffe, dass sich in der ÖVP in Zukunft andere Kräfte
durchsetzen als diese soziale Kälte und dass die Oppositionsparteien
ihre Blockade aufgeben”, sagt Wutzlhofer. Heute sei das Thema aber
erfreulicher: ” Das verpflichtende letzte Kindergartenjahr bringt
mehr Bildungschancen für Kinder. Und nach dem großen Sprung
Gratiskindergarten ist es ein weiterer Schritt nach vorne”, freut
sich der SPÖ-Politiker.