„Mit gezielten Investitionen in die Infrastruktur, Wirtschafts-, Technologie- und Forschungsförderung sowie Klimaschutz und Arbeitsmarktmaßnahmen, geht die Stadt Wien aktiv gegen den Konjunkturabschwung vor“, beschreibt LAbg. Tanja Wehsely am Mittwoch in Vertretung der Vizebürgermeisterin Renate Brauner die Eckpunkte des Wiener Konjunkturpakets. Anlässlich der Eröffnung des Berufsausbildungszentrum (BAZ) des Berufsförderungsinstituts (bfi) verweist Wehsely auf die zentrale Rolle von Qualifikation als Wettbewebsfaktor: „In Einrichtungen wie dem heute eröffneten BAZ des bfi im 23.Bezirk wird die Standortpolitik der Stadt Wien mit Leben gefüllt: Eine gute berufliche Ausbildung stärkt einerseits die individuellen Arbeitsmarktchancen, andererseits legen qualifizierte Arbeitskräfte den Grundstein für den Wettbewerbsvorteil des Standortes Wien.“
Wien weist im Oktober 2008 mit -8,6% zwar noch immer den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit in Österreich vor, jedoch ist klar: Europa steht vor einem konjunkturellen Abschwung, der auch an Österreich und Wien nicht spurlos vorüber gehen wird. Die Stadt Wien rüstet sich daher mit einem Konjunkturpaket von 100 Millionen Euro, zusätzlich zu den schon vorhandenen Instrumenten der kommunalen Standortpolitik. Dabei nimmt in der Arbeitsmarktpolitik die Förderung beruflicher Qualifikation eine zentrale Rolle ein. „Mit einem Jahresbudget von 56 Mio. Euro unterstützt der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) durch sein umfassendes Programmangebot insgesamt 23.000 WienerInnen dabei ihre Jobchancen zu verbessern“, so Wehsely zu den Unterstützungsleistungen des waff für Beschäftigte und Arbeitsuchende. „Die waff-Arbeitstiftungen unterstützen z.B. WienerInnen, die durch großen Personalabbau eines Unternehmens arbeitslos wurden. Bis zu vier Jahre lang können so TeilnehmerInnen berufliche Ausbildungen absolvieren, nachholen oder auffrischen und damit ihre Jobchancen entscheidend verbessern.“
„Das bfi bietet in den Berufsausbildungszentren (BAZ) seit 1987 die Intensivausbildung für FacharbeiterInnen auf dem zweiten Bildungsweg und übernimmt dabei eine wichtige Rolle als Bildungsträger. Denn die Durchlässigkeit der Ausbildungssysteme ist eine wichtige Voraussetzung für die oft geforderte Mobilität von ArbeitnehmerInnen“, betont Wehsely. „Das bfi erfüllt diese Aufgaben stets auf höchstem Niveau und bietet berufliche Qualifikation mit hohen Qualitätsstandards. Der Ausbau der Ausbildungsstätten für Fachkräfte und dieser neuer BAZ-Standort sind gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein positives Signal und wichtiges Instrument sowohl für ArbeitnehmerInnen als auch für Betriebe. “ Im BAZ hat der Ausbildungsbetrieb schon begonnen, 90 WienerInnen absolvieren ihre Lehre in Mechatronik, Zerspannungs- und Elektroinstallationstechnik oder als WerkzeugmaschineurInnen.
Enorm sind auch die Bemühungen der Stadt Wien und des waff im Rahmen des Wiener Jugendpakets. „Im Ausbildungsjahr 2008/2009 fließen 11,4 Mio. Euro in 3.500 Plätze der überbetrieblichen Lehrausbildung, die zum Großteil durch das AMS finanziert wird. Denn die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit hat oberste Priorität in Wien“, so Wehsely. Der waff übernimmt außerdem für Betriebe, die in die Lehrausbildung einsteigen möchten, mit dem waff-Lehrlingsfinder die gesamte Vorauswahl an KandidatInnen und vermittelt so passgenau Lehrlinge. Betriebe, die MitarbeiterInnen zu LehrausbildnerInnen qualifizieren wollen, können vom waff eine Förderung der Kurs- und Prüfungsgebühr bis zu 250 Euro erhalten. Die LehrstellenberaterInnen der Wirtschaftskammer, die vom waff finanziert werden, sind nun auch mehrsprachig in allen Fragen rund um die Lehrausbildung beratend unterwegs. Jugendliche benötigen beim Berufseinstieg Hilfe und oftmals auch Rat: „Damit in Wien jeder Jugendliche, der eine Ausbildung sucht auch die Hilfe bekommt, die er oder sie benötigt, gibt es in Wien ein dicht geknüpftes Netz an Anlauf- und Beratungsstellen, wie z.B. das JUBIZ, Jugendbildungszentrum der VHS Ottakring oder Technopool, Anlaufstelle für Jugendliche und Betriebe im 20. Wiener Gemeindebezirk“, beschreibt Wehsely die vielfältigen Programme für Wiener Jugendliche.
In ihren Eröffnungsworten geht Wehsely außerdem auf die gemeinsamen wirtschaftlichen Bemühungen der Stadt und der Sozialpartner ein: „Die Stadt Wien und die Wiener Sozialpartner traten bereits auf Einladung von Wirtschaftstadträtin Renate Brauner am Wiener Konjunkturgipfel zusammen, um gegen den wirtschaftlichen Abschwung gebündelt und gemeinsam vorzugehen. In Wien ziehen nämlich alle Akteure an einem Strang“, betonte Wehsely. (Schluss)