Über 13 Millionen Euro Investitionen sichern 3.500 Ausbildungsplätze
“Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und die Unterstützung von Lehrstellen suchenden Jugendlichen hat oberste Priorität im Rahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik in Wien!” betonte Wiens Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner am Dienstag gemeinsam mit der Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien, Brigitte Jank.
“Diese Tatsache drückt sich nicht zuletzt im budgetären Aufwand aus: Mehr als 13 Millionen Euro fließen heuer in diesen Schwerpunkt. Mit der Umsetzung des Jugendbeschäftigungspaketes in Wien sichern wir ab Herbst 3.500 Ausbildungsplätze und schärfen neuerlich unsere Maßnahmen. Denn gut ausgebildete Fachkräfte sind Bedingung für die positive Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Wien. Investitionen in Lehrplätze für junge Menschen sind daher Investitionen in unsere Zukunft”, so Brauner.
Mit Sommer 2008 tritt das von den Sozialpartnern auf Bundesebene ausgearbeitete Jugendbeschäftigungspaket in Kraft, das als wesentliche Eckpunkte die Reform der Lehrstellenförderung und eine neue überbetriebliche Lehrausbildung beinhaltet. In Wien startet die Umsetzung der österreichweiten Maßnahmen als “Wiener Jugendpaket” mit September. Insgesamt werden 13,4 Millionen Euro aus dem Budget des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) 2008 für Maßnahmen zur Steigerung der Jugendbeschäftigung verwendet, 11,4 Millionen Euro davon im Rahmen der Maßnahmen des “Wiener Jugendpaketes”. Darüber hinaus stehen im Rahmen der neuen Lehrbetriebsförderungen, die von der Wirtschaftskammer abgewickelt werden, allein in Wien in den kommenden Jahren bis zu 32 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.
Lehrstellenoffensive der Stadt Wien läuft erfolgreich
Die Wiener Offensive besteht aus einer breiten Palette verschiedenster Maßnahmen. Sie bietet umfassende Unterstützung für Betriebe, die Lehrlinge ausbilden wollen und greift Jugendlichen beim Berufseinstieg unter die Arme. Beispielsweise werden Unternehmen finanziell unterstützt, die in die Lehrausbildung investieren, indem der waff die Kosten für Kurse und Prüfungsgebühr der AusbildnerInnen bis zu 50 Prozent übernimmt. Im Rahmen einer gemeinsamen Aktion des waff, der Wirtschaftskammer Wien sowie des AMS und des Wirtschaftsministeriums beraten qualifizierte “Lehrstellenakquisiteure” Wiener Betriebe in Fragen der Lehrausbildung. Die Anzahl der geworbenen Lehrstellen stieg kontinuierlich - allein im ersten Halbjahr 2008 konnten durch diese Initiative 200 neue Ausbildungsbetriebe gewonnen werden. Die “waff- Lehrlingsfinder” übernehmen gemeinsam mit dem AMS Wien die aufwendige Vorauswahl bei der Suche nach geeigneten KandidatInnen. Der vom waff 2007 ins Leben gerufene Bildungsbonus in Höhe von maximal 200 Euro steht allen Wiener Lehrlingen offen, die seit dem Jahr 2007 die Lehrabschlussprüfung erfolgreich ablegt haben. Um diesen Betrag werden Kurse zur beruflichen Fortbildung wie Sprachkurse, Controlling- und Buchhaltungskurse bis hin zu EDV-und Softwarekursen oder der Erwerb spezieller, technischer Kenntnisse gefördert.
Aufwärtstrend am Wiener Lehrstellenmarkt
Ende 2007 waren in Wien 17.500 Lehrlinge, davon 23 Prozent aus den Bundesländern, in Ausbildung. Damit konnte Wien den 10-Jahresrekord von Anfang 2007 noch steigern. Seit 2005 steigt auch die Zahl der Lehrbetriebe kontinuierlich auf derzeit 4.740 Unternehmen. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ist in Wien rückläufig. Im Juli 2008 waren 8.158 Jugendliche (zwischen 15-24 Jahren) arbeitslos, das sind um 3,9 Prozent weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Von Jänner bis Juli 2008 waren durchschnittlich 2.070 offene Lehrstellen in Wien gemeldet - ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr und von 51 Prozent gegenüber 2005.